Marie F. Mongan
"Mein Traum ist es, dass jede Frau, überall, die Freude einer wirklich sicheren, angenehmen und befriedigenden Geburt für sich und ihr Baby erfährt."

unterstützen – verstehen – lassen

Das Wort Doula (Douleia) kommt aus dem Altgriechischen und kann mit „Dienerin der Frau“ oder auch „betreuende Frau“ übersetzt werden.


Was ist eine Doula?

Eine geburtserfahrende Frau, die Gebärende, durch ihre verlässliche Anwesenheit während der gesamten Geburt emotional und physisch begleitet und individuell unterstützt. Sie hilft eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und  bietet Entspannungs- und Massagetechniken an. Sie gibt Ermutigung sich auf die Geburtsreise einzulassen und hilft der Frau ihre Gebärkompetenz zu stärken.

Frauen, die Doulas werden, sind oft in besonderem Maße empathiefähig, liebevoll und tolerant. Durch die Ausbildung zur Doula erwerben sie umfassende Kenntnisse über den natürlichen Geburtsvorgang aber auch über mögliche Stagnationen und eventuell nötig werdende Interventionen unter der Geburt.

Ihr eigenes Muttersein, ihre Lebenserfahrung und Intuition verhelfen ihr zu innerer Ruhe und Zuversicht, die sich idealerweise auf die werdende Mutter/die werdenden Eltern überträgt. Ihre emotionale Zuwendung kann eine tiefgehende therapeutische Wirkung haben und dadurch helfen, zu entspannen, sich dem Geburtsprozess hinzugeben, in Liebe loszulassen.


Wie unterstützen Doulas?

  • Sie begleiten die Gebärende während der gesamten Geburt, sind verlässlich.
  • Sie versuchen einen in jeder Hinsicht geschützten, vertrauensvollen Raum um die Frau / das Paar zu schaffen, egal ob in einer Klinik, im Geburtshaus oder bei der Hausgeburt.
  • Sie sorgen in jeder Hinsicht für das Wohl der Frau, sie bieten Entspannungstechniken an und helfen durch die Wehen, die sie als Kraftquellen ansehen.
  • Sie helfen, die Verbindung zum Kind vor, während und nach der Geburt aufrecht zu erhalten und zu stärken.
  • Sie informieren vor der Geburt über mögliche Geburtsverläufe, alternative Methoden der Schmerzlinderung, die Möglichkeiten der Wochenbettgestaltung und besorgen weitere individuelle Informationen nach Bedarf mithilfe ihres großen Netzwerkes.
  • Sie respektieren das Geburtsteam und -setting, können als Bindeglied zwischen der Gebärenden und dem Team wirken, sofern das gewünscht ist.
  • Sie wissen um Nähe und Distanz, achten die Privatsphäre der werdenden Eltern.


Doulas als Bindeglied

Doulas sind das Bindeglied zwischen Frau, Mann und dem Geburtsteam. Im Kreißsaal, vor und während der Geburt ist die Unterstützung des werdenden Vaters oder eines anderen Vertrauten wichtig. Ein eventueller Erwartungsdruck lässt sich einfacher auf mehrere Schultern verteilen. Der werdende Vater kann viel einfühlsamer die Verbindung zur Mutter und zum Baby halten, wenn ihm die Doula den Rücken frei hält.

Das kommt der Paarbeziehung sehr zu Gute, auch über die Geburt hinaus, wenn aus zwei drei werden und sich die Paarbeziehung in eine Elternschaft wandelt.

Die Doula hat viele Möglichkeiten, dem Partner zu zeigen, wie er seine Frau in den verschiedenen Phasen der Geburt wirkungsvoll unterstützen kann.

Ein Vater nach der Geburt seines Kindes: 

„Ich bin schon mehrere Marathonrennen gelaufen, habe große Wandertouren mit schwerem Rucksack gemacht und habe auch schon mal vierzig Stunden durchgearbeitet, wenn Not am Mann war; aber mit meiner Frau die Geburt durchzustehen hat mich mehr Anstrengung gekostet und mehr erschöpft als jede dieser Unternehmungen. Die Doula war eine ganz entscheidende Hilfe für uns.“*
*Quelle: Doula - Der neue Weg der Geburtsbegleitung, Marshall H. Klaus/John H. Kennell/Phyllis H. Klaus


Entlastung für das Geburtsteam

Auch die Hebammen und das Klinikpersonal / Geburtsteam, die oft mehrere Geburten gleichzeitig betreuen, werden durch die Doula in erheblichem Maße entlastet. Traditionell betreute früher eine Hebamme 1:1 eine Gebährende. Diese Zeiten sind längst vorbei. Durch die Doula findet die Hebamme die Mutter entspannter vor, was den Geburtsfortschritt sehr begünstigt und nachweislich verkürzt (mehr dazu: Deutsche Hebammen Zeitschrift 12/2009).


Je mehr Babys auf eine ruhige, liebevolle Art geboren werden, desto besser...

 

"Jede Frau, die auf natürlichem Weg in einem geschützten Raum ihr Kind geboren hat und dabei ihre Kraft, auch ihre Grenze (...) gespürt hat, wird bestätigen, dass sie in ihrem weiblichen Potenzial über sich selbst hinausgewachsen ist; sie ist angefüllt mit Stolz und sie ist eine andere, als sie es vorher war."*
*Quelle: Silke Gieseler, Hebamme, aus dem Buch "Doula-Wissen rund um die Geburt" von Melanie Schöne & Dunja Herrmann

 

Wissenschaftliche Studien und Untersuchungen zeigen, dass DOULAS ein großer Gewinn in der modernen Geburtsarbeit sind.  

Die Cochrane Collaboration, eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, hat in ihrem Report im Oktober 2012 über die Auswirkungen von kontinuierlicher Geburtsbegleitung durch eine Doula folgende Fakten dokumentiert, die aus 22 Studien mit insgesamt 15.288 Frauen zusammengetragen wuden*:

  • Deutlich verkürzte Geburtsdauer
  • Häufigere Spontangeburten
  • Geringerer Einsatz von Saugglocke und Zange
  • Die Kaiserschnittrate konnte gesenkt werden
  • Deutlich geringerer Bedarf an Schmerzmitteln und PDA
  • Zufriedenere Mütter


Die Untersuchungen ergaben auch, dass (sich) durch die Begleitung:

  • Eltern sicherer und betreuter fühlen
  • Eltern erfolgreicher an ihre neue Familiendynamik anpassen können
  • Wesentlich mehr Babys voll gestillt werden
  • Eltern mehr Selbstvertrauen im Umgang mit dem Baby haben
  • Frauen deutlich seltener eine Wochenbettdepression entwickeln

*Quelle: »Continuous support for women during childbirth«, Hodnett ED, Gates S, Hofmeyr GJ, Sakala C; The Cochrane Collaboration veröffentlicht in The Cochrane Library 2012, Ausgabe 10.


Der Unterschied zwischen einer Hebamme und einer Doula:

Gemeinsam haben die Hebamme und die Doula, dass sie die werdende Mutter (idealerweise bereits) in der Schwangerschaft, unter der Geburt und auch im Wochenbett begleiten.  

Im Gegensatz zur Hebamme, benötigt die Doula keinerlei medizinische Ausbildung und hat auch keine medizinische Verantwortung, obwohl sie selbstverständlich umfassende Kenntnisse rund um das Thema Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett erworben hat. Sie betreut und unterstützt die Frau auf rein emotionaler, mentaler und praktischer Ebene.


Was eine Doula nicht macht:

  • Sie hat keine medizinische Verantwortung.   
  • Sie ersetzt nicht die Hebamme.
  • Sie betreut keine Alleingeburten.
  • Sie lässt nicht alleine unter der Geburt.
  • Sie übernimmt keinerlei Entscheidungen.


Welche Pflichten eine Doula hat

  • Sie hat eine Back-up-Doula für den Fall, dass sie am Geburtstermin selbst außerplanmäßig nicht anwesend sein kann.
  • Sie hat die Pflicht, schwangere Frauen / werdende Eltern, an andere Stellen zuverweisen, wenn deren Bedürfnisse den Zuständigkeits- und Kompetenzbereich der Doula überschreiten.
  • Sie unterliegt der Schweigepflicht. Von dieser kann die Klientin die Doula im Doula-Vertrag gegenüber dem Klinikpersonal, der Hebamme oder der Back-up-Doula befreien.
  • Sie respektiert, achtet und unterstützt das von der werdenden Mutter / den werdenden Eltern gewählte Geburtsteam und -setting.
  • Sie ist als aktives Mitglied des Vereins „Doulas in Deutschland e.V.“ und bei Einhaltung des Ethik-Codes und dem Doula-Knigge über das Deutsche Ehrenamt München haftpflichtversichert.